Arthrose beim Menschen(Gelenkverschleiß)

Arthrose-Erkrankungen zählen in den Industrienationen zu den Hauptgründen für einen Arztbesuch. Alleine in Deutschland leiden jeden Tag über fünf Millionen Menschen an Arthrose-Schmerzen, insgesamt 20 Millionen haben zeitweise Beschwerden.

Diese Zahl wird in den nächsten Jahren weiter ansteigen: Die Lebenserwartung erhöht sich ständig- und damit auch die Zahl der Arthrose- Patienten.

Die Zahl der Arthrosepatienten beläuft sich auf etwa 5 Millionen. Pro Jahr werden etwa 200 000 künstliche Hüftgelenke und ungefähr 100 000 Kniegelenke von Chirurgen neu eingesetzt, Tendenz steigend.

Gelenkanatomie

Ein Gelenk besteht aus den unterschiedlich geformten Enden zweier Knochen, die mit einem sehr glatten Überzug, dem Knorpel, versehen und durch Bänder stabil miteinander verbunden sind. Beide Gelenkanteile werden von einer bindegewebigen Kapsel umschlossen, die mit einer dünnen Membran, der Synovialis, ausgekleidet ist. Diese produziert ständig eine leicht visköse, hyaluronsäurehaltige Flüssigkeit, die die Knorpelzellen ernährt.  Der Knorpel ist völlig frei von Blut- und Lymphgefäßen sowie Nerven (Barnett, V et al. 1961). Nur ca. 5% der Knorpelsubstanz bestehen aus Knorpelzellen.

Sie liegen eingebettet zwischen den vernetzten Kollagenfasern und werden von außen durch die Synovialflüssigkeit ernährt. Diese diffundiert zwischen den Fasern hindurch zu den Zellen und versorgt sie mit Nährstoffen. Bewegungen des Gelenks fördern dabei die Diffusion.  (Bland and Cooper 1984).  Aufgrund der Faserstruktur des Knorpels wird die Synovialflüssigkeit wie von einem Schwamm aufgesaugt und gebunden. 80% des Knorpels bestehen aus Wasser!

Pathogenese der Arthrose

Die Arthrose ist u.a. durch einen Verlust an Knorpelsubstanz gekennzeichnet. Der völlig glatte, bläulich schimmernde Knorpel wird unduchsichtig und nimmt eine gelbliche Färbung an. Die Oberfläche erscheint zunächst samtartig rau, da die äußere Schicht aufspleißt. Knorpelzellen sterben ab, die Risse werden tiefer und der Knorpel löst sich vom Knochen in mehr oder minder großen Schuppen ab.  Der darunter liegende Knochen verdichtet sich, seitlich bilden sich knöcherne Wülste und Ausziehungen, so genannte Osteophyten. Die Synovalis ist gereizt, chwillt an und bildet vermehrt Flüssigkeit. Die gesamten Weichteile des Gelenks sind geschwollen. Sie schmerzen und ihre Beweglichkeit ist eingeschränkt.

Ursachen der Arthrose

Die Arthrosen werden, je nach ihrer Ursache, in primäre und sekundäre Arthrosen eingeteilt. Die sekundäre Arthrose entsteht duch eine Verletzung des Knorpels, duch Fehlstellungen und Fehlbelastungen der Gelenke sowie duch entzündliche Erkrankungen einschließlich der verschiedenen Stoffwechselerkrankungen, die zu Ablagerungen in den Gelenken führen.  Die Primäre Arthrose weist keine dieser Ursachen auf. Es ist unklar, durch welche Faktoren sie ausgelöst und unterhalten wird. Hier kommt es zum altersabhängig vermehrten Abbau des Knorpels.Die Aktivität der Knorpelzellen ist dabei erhöht, jedoch wird mehr Collagen I an stelle von Collagen II gebildet.  (Miosge, Hartmann et al. 2004; Tesche and Miosge 2005)  Außerdem werden zahlreiche Enzyme und weitere bis heute zum Teil noch unbekannte Faktoren produziert, die gesundes Knorpelgewebe nicht wieder herstellen, sondern das noch vorhandene weiter schädigen.

Folgende Faktoren begünstigen die Entstehung einer Arthrose:

  • Übergewicht
  • Körperliche Überlastung
  • Gelenkfehlstellungen
  • Verletzungen
  • Vorangehende Gelenkerkrankungen, wie Arthritis (Gelenkentzündung)

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